Robert Zitzmann
Wer bist du? Wann warst du Spöko? Wo arbeitest du und warum?
Mein Name ist Christoph Macht. Als 1985 der Studiengang ins Leben gerufen wurde war ich von Anfang an dabei. Heute arbeite ich bei MLP, einem Finanzdienstleister.
Am Ende meines Studiums wollte ich noch andere Branchen kennen lernen. Mit diesem Schritt habe ich in sehr unterschiedlichen Unternehmen auch sehr differenzierte Sichtweisen erfahren. Das Wichtigste ist es, seine Kunden gut zu verstehen. Das wird bei MLP jeden Tag gelebt und macht mir sehr viel Freude.
Welche Interessen hattest du während deines Studiums (beruflich u/o privat) und was sind deine Erinnerungen an Bayreuth?
Mein größtes Interesse neben meinem Studium war Tennis. Als Trainer und Spieler habe ich mir mein Studium finanziert. Der Sport hat immer eine große Rolle gespielt. Schön war damals auch, dass wir als Studenten Golf spielen konnten. Damals hatte ich dafür noch Zeit.
Bayreuth war bei den Studenten entweder sehr beliebt oder es war ein Ort, den man schnell wieder verlassen wollte. Es war provinziell, herzlich und familiär. Für mich waren es sehr glückliche Jahre und ich bin immer wieder sehr gerne in Bayreuth.
Was begeistert dich im heutigen Leben? (beruflich u/o privat)
Neues zu lernen! Wer das nicht als tägliche Managementaufgabe begreift, wird niemals erfolgreich sein können.
Die digitale Transformation verändert viele Branchen, auch und besonders den Sportmarkt. Wie veränderten sich deine beruflichen Tätigkeiten seit dem Ende des Studiums?
Immens! Die Kommunikationstechnologie hat den Arbeitsalltag wahnsinnig verändert, zudem das Tempo beschleunigt. Als ich als Produktmanager mein Berufsleben begann, habe ich noch Briefe diktiert und durch ein Schreibbüro verschicken lassen. Heute begleite ich das Thema „künstliche Intelligenz“ und Spracherkennung bei MLP. In meiner beruflichen Entwicklung gab es oft Themen von entscheidender Bedeutung, die es während meines Studiums noch gar nicht gab. Neue Themen für neue Märkte erschließen ist eine wesentliche Fähigkeit von uns Sportökonomen.
Mit welchen Herausforderungen aber vor allem auch Chancen siehst du dich aktuell in deinem beruflichen Umfeld konfrontiert?
Die Demographie schlägt erbarmungslos zu. Wer gute Mitarbeiter haben will, muss moderne Arbeitswelten mit attraktiven Aufgaben bieten. Das ist für alle eine Chance auf ein ausgeglichenes und herausforderndes Leben. „Work-Life-Blending“ hat für die Generation Y noch bestens funktioniert. Ich persönlich konnte auf diese Art und Weise meinen Arbeits- und Lebensstil verändern.
Inwiefern dies für die Generation Z gilt, wird sich zeigen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir mit einem klaren Dienstschluss, spätestens um 17 Uhr, noch in der Weltspitze mitmischen werden. Eine wahre Herausforderung für uns Spökos.
Bist du heute noch im beruflichen Umfeld mit anderen Spökos vernetzt? Wie hilft dir diese Vernetzung im Berufsleben?
Ich bin nach wie vor in der Spöko-Welt vernetzt. Dazu bin ich im Betriebswirtschaftlichen Beirat der Sportökonomie tätig und halte sehr gerne Vorlesungen im Dienstleistungsmanagement sowie im MBA Sportmanagement.
Welche Bereiche rund um den Sportmarkt werden deiner Meinung nach in den nächsten Jahren Fachkräfte suchen?
Da ich nicht im Sportbusiness beruflich tätig bin, halte ich mich hier mit Aussagen zurück. Aber offensichtlich wächst der E-Sport Markt signifikant und schnell.
Was müssen sich aktuelle Studierende deiner Meinung nach aneignen, dass Sie in Zukunft für deine/n Verein, Verband, Agentur oder Firma ein wertvolles Teammitglied darstellen?
Agiles Arbeiten, Statistik und Kommunikation. Die Macht der Sprache wird immer unterschätzt, ist aber auch heute noch der größte Differenzierungsfaktor für young professionals.
Hattest du Mentoren die dich auf deinem Karriereweg geprägt haben? Wie bist du zu ihnen gekommen? Siehst du dich vielleicht sogar selbst als Mentor und kannst sagen was einen guten Mentor ausmacht?
Ja, ich hatte einen erfahrenen Manager als meinen Lernbegleiter an meiner Seite. Er unterstützte mich mit seiner Erfahrung. Ich könnte mir gut vorstellen, eine Mentorenrolle zu übernehmen. Ein guter Mentor hat die persönliche und die berufliche Entwicklungen seines Mentee im Auge. Der Mentee muss seinen Weg finden, nicht der Mentor seine Sicht der Welt schildern.
An welche Schlüsselmomente in deiner Karriere, die dich sehr geprägt haben, kannst du dich erinnern und warum?
Schlüsselmomente folgen auf Zeiten des Zweifels und sind klare Bekenntnis zu sich selbst. Was will ich tun? Welchen Aufgaben will ich mich stellen? Wie will ich leben?
Für mich waren das zwei bedeutende Entscheidungen: Nicht ins Sport Business zu gehen, obwohl ich im Tennis gute Voraussetzungen hatte und aus der Unternehmensberatung in die Industrie zu wechseln.
Mit Sicherheit bildest du dich fortlaufend weiter. Welche online und offline Plattformen bringen dich in Sachen Sport Business, Marketing, Tech o.ä. auf den neuesten Stand?
Lernen ist mit sportlichem Training vergleichbar: es ist sehr individuell, basiert auf dem aktuellen Leistungsstand und orientiert sich an den zukünftigen Zielen. Aber vor allem kommt es auf den Lernenden selbst an. Die Frage die wir uns stellen müssen ist: Was wollen wir kennen, um darüber zu sprechen und was wollen wir können, um damit beruflich erfolgreich zu sein.
Hörst du Podcasts? Hast du Newsletter abonniert? Kannst du dem Netzwerk Weiterbildungen empfehlen?
In der Tat nutze ich die Reisezeit zum Lernen. Meine Hörbücher sind eine wilde Mixtur aus fachlichen, methodischen und allgemein bildenden Themen. Am besten lernt man, wenn man Themen für sich aufbereitet, um sie auch Anderen anbieten zu können. Das mache ich als Trainer an der MLP Corporate University, als Dozent an Universitäten, aber auch für meine Führungskräfte und Mitarbeiter.
Kannst du uns einige eurer aktuellen Ausschreibungen für Festanstellungen, Nebenjobs oder Praktika ans Herz legen?
Das umfangreiche Karriereportal unserer Homepage www.mlp.de schließt auch Praktika ein. Interessante Unternehmen im Blick zu behalten kann sich sehr lohnen!